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IG Metall: die Gewerkschaft in der ITK
Die Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche (ITK) gehört zu den größten Arbeitgebern in Deutschland. Seit mehr als 40 Jahren gestaltet die IG Metall mit den Beschäftigten aktiv die Arbeitsbedingungen in der Branche mit. In nahezu allen ITK-Unternehmen engagieren sich unsere Mitglieder für sichere Arbeitsplätze, Gute Arbeit und gerechte Einkommen. In großen und in kleinen Betrieben stehen wir den Beschäftigten kompetent zur Seite, beraten und informieren sie. Unsere Tarifverträge und Entgeltanalysen wirken weit in die Branche.

Entgelt & Tarif - Entgelt

18. IG Metall-Erhebung: Entgelt in der ITK-Branche 2016: Mit Tarif – ohne Tarif: Die Kluft wächst

14.03.2016 | ITK-Beschäftigte in tarifgebundenen Unternehmen erhalten durchschnittlich deutlich mehr Geld als ihre Kolleginnen und Kollegen in Firmen ohne Tarifvertrag. Sie werden nicht nur besser bezahlt, sondern haben zudem noch kürzere Arbeitszeiten. Das belegt die aktuelle Entgelterhebung der IG Metall für die ITK-Branche 2016, die sich auf eine breite Datenbasis stützt.

Entgelt in der ITK-Branche 2016

Der Abstand der jährlichen Entgeltzahlungen, die tarifgebundene ITK-Unternehmen ihren Beschäftigten auszahlen, zu denen, die Firmen ohne Tarifvertrag den Kolleginnen und Kollegen anbieten, beträgt aktuell durchschnittlich elf Prozent (Vorjahr 10,5 Prozent). Damit wächst die Kluft zwischen den tariflichen und nicht-tariflichen Entgelten in der ITK-Branche. Besonders stark macht sich der Unterschied im Jahresentgelt bei den Kaufmännischen Angestellten bemerkbar: Hier liegt der Abstand zwischen Tarif und Nichttarif bei 26 Prozent. Ebenfalls hoch ist er bei den Beschäftigten in der Systemtechnik (18 Prozent) und in Call Centern (12 Prozent). Hinzu kommt: Während der größte Anteil der ITK-Beschäftigten in tarifgebundenen Unternehmen mit einer Wochenarbeitszeit von bis zu 37,5 Stunden arbeitet (46,6 Prozent), ist die Mehrheit der ITKler in Betrieben ohne Tarif mit einer vertraglichen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden beschäftigt.

Höhere Akzeptanz von Tarifverträgen
Erfreulich für ITK-Beschäftigte: Die Zahl der tarifgebundenen Unternehmen und tarifvertraglich regulierten Arbeitsverhältnisse in der Branche hat zugenommen. Die Akzeptanz von Tarifverträgen steigt – nicht nur unter den Beschäftigten, sondern auch unter den Arbeitgebern. Damit sind Tarifverträge im ITK-Bereich Teil eines Trends, der sich mittlerweile in vielen wissens- und entwicklungsbasierten Unternehmen zeigt: Er zahlt sich für die Beschäftigten aus, bringt aber auch den Unternehmen Vorteile. Nach wie vor befindet sich die ITK-Branche auf Wachstumskurs. So stieg der Umsatz der Branche 2014 um 1,4 Prozent und 2015 sogar um 1,9 Prozent. Auch für 2016 ist der Branchenverband Bitkom optimistisch und erwartet ein Umsatzwachstum um 1,5 Prozent. Allerdings lassen die Unternehmen die Beschäftigten an diesen Ergebnissen nicht angemessen teilhaben.

So fielen die Entgeltsteigerungen nach der neuesten ITK-Entgelterhebung der IG Metall allgemein deutlich niedriger aus als im Jahr zuvor (1,3 Prozent gegenüber 2,5 Prozent). Sie lagen zwar im Durchschnitt über der Inflationsrate, aber die Spreizung ist relativ hoch: Sowohl regional als auch nach Tätigkeiten gibt es große Unterschiede. Als wichtige Zugkraft erwiesen sich wieder einmal die positiven Tarifabschlüsse der IG Metall (2015: plus 3,4 Prozent).

Am stärksten stiegen die Gehälter über alle Betriebe und Jobhierarchien hinweg bei den Call Center-Agents (plus 4,6 Prozent), im Projekt Management (plus 3,3 Prozent) und im Service Management (plus 2,4 Prozent). Demgegenüber nahm sich die Gehaltserhöhung bei den Beschäftigten im Software Engineering mit plus 0,7 Prozent eher bescheiden aus. Das allein ist jedoch kein Indiz für einen Fachkräftemangel in diesem Bereich.

Die wichtigsten Daten

  • ­Für die diesjährige 18. Entgelterhebung der IG Metall in der ITK-Branche wurden mehr als 37000 Entgeltdaten aus 147 Betrieben ausgewertet.
  • ­Über alle im vierten Quartal 2015 untersuchten Jobs und Hierarchiestufen hinweg erhöhten sich die Entgelte um 1,3 Prozent. Die Inflationsrate lag 2015 bei 0,25 Prozent.
  • ­Die Ausbildungsvergütungen stiegen gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich zwei Prozent.
  • ­Tarifverträge sichern am effektivsten eine faire Entgeltentwicklung. Das zeigt gerade diese 18. Entgelterhebung der IG Metall: Der Unterschied zwischen Tarif und Nichttarif liegt bei elf Prozent – und wächst.
  • ­Die guten Tarifabschlüsse der letzten Jahre im Organisationsbereich der
  • IG Metall haben sich auch 2015 wieder positiv auf die Einstiegsgehälter in der ITK-Branche ausgewirkt. Sie stiegen durchschnittlich um 3,4 Prozent.
  • Tarifverträge wirken auch auf die Arbeitszeiten. Knapp die Hälfte der Kolleginnen und Kollegen (46,6 Prozent) in Unternehmen mit Tarif arbeiten regelmäßig bis zu 37,5 Wochenstunden. In nicht tarifgebundenen Betrieben liegt dieser Anteil bei 23,8 Prozent. Hier arbeitet über die Hälfte der Beschäftigten (52,2 Prozent) regelmäßig 40 Stunden pro Woche, ohne dass sich dies im Entgelt niederschlägt.

­Bestelladresse: Die 18. Entgelterhebung der IG Metall „Entgelt in der ITK-Branche 2016” kann sowohl als gebundene Ausgabe als auch als E-Book-Version beim Bund-Verlag bestellt werden, telefonisch unter 069-795010-20 oder online über: onlineservice@buchundmehr.de. Mitglieder der IG Metall erhalten eine inhaltsgleiche Sonderausgabe bei den örtlichen IG Metall-Geschäftsstellen.

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