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Betrieb & Praxis - SAP

SAP-Standort Göttingen: Oberbürgermeister kritisiert SAP-Management

30.09.2016 | SAP hat angekündigt, zum Jahresende 2017 seinen Standort in Göttingen zu schließen. Von dem geplanten Aus sind rund 90 Beschäftigte betroffen. Diese sind verzweifelt und ratlos – zumal es in Zeiten von Skype-Konferenzen kein Problem für Teams ist, über große Distanzen hervorragend zusammenzuarbeiten.

SAP

Einerseits verkünden Vorstände wie Bill McDermott oder Bernd Leukert auf großen Mitarbeiterversammlungen, dass die bessere Integration der SAP-Applikationen nun erste Priorität habe – andererseits wird nun die Abteilung, die Integrations-Know-how wie keine andere bei SAP hat, durch die avisierte Standortschließung völlig zerfleddert.
„Betriebsrat und Betroffene wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt SAP-Betriebsrat und IG Metall-Mitglied Johannes Reich. „SAP will offenbar die Standortschließung in Göttingen rigoros durchziehen. Das Ganze macht den Eindruck einer Blaupause für künftige Operationen.“
Tatsächlich dürften Kostengründe bei diesem Schritt keine Rolle spielen, meint die stellvertretende SAP-Betriebsratsvorsitzende Doris Vielsack. Die Miete für das Gebäude sei vergleichsweise günstig, und auch die Entgelte der ehemaligen Cross­gate-Beschäftigten lägen unter dem SAP-Standard. Der Betriebsrat möchte daher mit externer Unterstützung ein Alternativkonzept für den Standort erarbeiten.
Auch Dr. Gabriele Andretta, Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtags, sowie Thomas Oppermann, Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, und Rolf-Georg Köhler, Oberbürgermeister von Göttingen, sind empört. In einem Schreiben haben sie das SAP-Management aufgefordert, seine Schließungsabsichten noch einmal zu prüfen. Göttingen sei eine traditionsreiche Universitätsstadt. Das bedeute für SAP, dass „ständig und wiederkehrend eine Vielzahl von Absolventen einer Universität und zweier Fachhochschulen gleich einem hohen Fachkräftereservoir zur Verfügung stehen.“ Zudem herrsche in Göttingen ein ausgesprochen forschungs- und innova­tionsfreundliches Klima, „von dem insbesondere Firmen wie SAP umso mehr profitieren können, wenn sie vor Ort sind“. Die Unterzeichner haben SAP ein Gesprächsangebot unterbreitet – bleibt abzuwarten, wie SAP darauf reagiert.

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