Willkommen bei der IG Metall

IG Metall: die Gewerkschaft in der ITK
Die Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche (ITK) gehört zu den größten Arbeitgebern in Deutschland. Seit mehr als 40 Jahren gestaltet die IG Metall mit den Beschäftigten aktiv die Arbeitsbedingungen in der Branche mit. In nahezu allen ITK-Unternehmen engagieren sich unsere Mitglieder für sichere Arbeitsplätze, Gute Arbeit und gerechte Einkommen. In großen und in kleinen Betrieben stehen wir den Beschäftigten kompetent zur Seite, beraten und informieren sie. Unsere Tarifverträge und Entgeltanalysen wirken weit in die Branche.

Entgelt & Tarif - Tarif

19. IG Metall-Erhebung: Entgelt in der ITK-Branche 2017 Tarif zieht – geregelte Standards schützen

20.03.2017 | Die alljährliche ITK-Entgelterhebung der IG Metall spiegelt die jeweilige Lage der Branche zuverlässig wider. Die Branche wächst durch den forcierten digitalen Wandel. Aber die Unsicherheit in den Unternehmen ist groß, wie lange dieser Trend noch anhält und wohin er führt. Dies zeigt sich an ständigen Umstrukturierungen, an Stellenaufbau bei gleichzeitigem Arbeitsplatzabbau und an strengen Kostenregimes in den Betrieben. In dieser Situation haben die Beschäftigten, die über geregelte Arbeitsstandards verfügen, einen Vorteil. In Unternehmen mit Tarifvertrag wird nicht nur besser verdient, belegt die diesjährige ITK-Entgelterhebung. Auch der Schutz der Beschäftigten vor Leistungsdruck, ausufernden Arbeitszeiten und Arbeitsplatzverlust ist dort stärker.

Entgeltanalyse 2017

Big Data, Cloud Computing, Industrie 4.0 und mobiles Internet sind die großen Themen in den ITK-Unternehmen. Sie treiben die Branche voran. Das bleibt nicht ohne Folgen: Die Zahl der Beschäftigten nimmt zu, der Innovationsgrad steigt, die Arbeits­anforderungen wachsen. Aber viele Unternehmen wollen ihre Kosten niedrig halten. So werden gleichzeitig Arbeitsplätze verlagert und abgebaut, gehen Qualifikationen verloren und wächst in den Betrieben der Leistungsdruck.

Die meisten ITK-Unternehmen benötigen mehr qualifiziertes Fachpersonal. Mehr als 50000 ITK-Spezialisten werden aktuell in Deutschland gesucht. Das ist ein Anstieg um zwanzig Prozent gegenüber dem letzten Jahr. Dies zeigt: Die Unternehmen kommen zunehmend unter Druck, mit guten Arbeitsstandards die „besten Köpfe“ einzufangen. Dafür bietet die diesjährige ITK-Entgelterhebung der IG Metall zahlreiche Belege.

Vor allem der Bedarf nach Software-Experten ist groß. Deshalb erstaunt es nicht, dass gerade bei dieser Berufsgruppe das Jahresentgelt überdurchschnittlich gestiegen ist – beispielsweise in der Gruppe Software Ingenieur/in II um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (siehe Schaubild). Auch die Ausbildungs- und Einstiegsgehälter wurden in der ITK-Branche im vergangenen Jahr deutlich erhöht (siehe Seite 13). Allgemein lag die durchschnittliche Entgeltsteigerung in der ITK-Branche 2016 bei 2,3 Prozent, im Vorjahr erreichte sie 1,3 Prozent.

Beschäftigte in tarifgebundenen Unternehmen verdienten auch 2016 mit einer durchschnittlichen Steigerung um 2,8 Prozent deutlich mehr. Bei ihren Kolleginnen und Kollegen in Betrieben ohne Tarifvertrag haben sich die Gesamtgehälter in der ITK-Branche nur um 1,6 Prozent erhöht. Summiert man die Differenz zwischen den Tarifentgelten und Nicht-Tarifentgelten, so verdienten Beschäftigte in nichttarifgebundenen Unternehmen über den Zeitraum von 2008 bis 2016 rund 12,5 Prozent weniger als diejenigen in tarifgebundenen.

Flexible Arbeitszeiten oft unzureichend geregelt
Flexible Arbeitszeit und mobiles Arbeiten sind in der ITK-Branche vielfach Normalfall, aber oft unzureichend geregelt. Auch dabei haben Beschäftigte in tarifgebundenen Unternehmen einen Vorteil: Für sie gibt es einen abgesteckten Rahmen bei der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeit.

Nach der diesjährigen ITK-Entgelterhebung arbeitet der größte Teil der Beschäftigten (47,1 Prozent) in tarifgebundenen Betrieben mit einer Wochenarbeitszeit von bis zu 37,5 Stunden und nur 25 Prozent mit einer regelmäßigen Arbeitszeit von 40 Stunden. Bei nichttarifgebundenen Unternehmen ist das Verhältnis umgekehrt: 23,1 Prozent der dort Beschäftigten arbeiten in der Regel bis zu 37,5 und 51,6 Prozent 40 Wochenstunden.

Hinzu kommt, dass es in Unternehmen mit Tarifvertrag oft auch tarifliche Regelungen zur Beschäftigungs- und Standortsicherung, Qualifizierung sowie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt und damit weit bessere Arbeitsstandards als in nichttarifgebundenen Unternehmen.

Die wichtigsten Daten

  • ­Der diesjährigen 19. ITK-Entgelterhebung der IG Metall liegen Daten aus 152 Betrieben mit über 171000 Beschäftigten und insgesamt 39061 Entgeltinformationen zugrunde.
  • Danach gab es eine durchschnittliche Entgeltsteigerung um 2,3 Prozent. Für Beschäftigte in nicht tarifgebundenen Unternehmen erhöhten sich die Gesamtgehälter um durchschnittlich 1,6 Prozent und damit wiederholt weitaus geringer als bei den Beschäftigten aus Betrieben mit Tarifvertrag (plus 2,8 Prozent).
  • Ebenfalls deutlich erhöht wurden die Ausbildungs- und Einstiegsgehälter in der ITK-Branche (siehe gesonderte Auswertung Seite 13).

Bestelladresse: Die 19. Entgelterhebung der IG Metall „Entgelt in der ITK-Branche 2017“ kann sowohl als gebundene Ausgabe als auch als E-Book-Version beim Bund-Verlag bestellt werden, telefonisch unter 069-795010-20 oder online über: kontakt@bund-verlag.de. Mitglieder der IG Metall erhalten eine inhaltsgleiche Sonderausgabe bei den örtlichen IG Metall-Geschäftsstellen.

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