Willkommen bei der IG Metall

IG Metall: die Gewerkschaft in der ITK
Die Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche (ITK) gehört zu den größten Arbeitgebern in Deutschland. Seit mehr als 40 Jahren gestaltet die IG Metall mit den Beschäftigten aktiv die Arbeitsbedingungen in der Branche mit. In nahezu allen ITK-Unternehmen engagieren sich unsere Mitglieder für sichere Arbeitsplätze, Gute Arbeit und gerechte Einkommen. In großen und in kleinen Betrieben stehen wir den Beschäftigten kompetent zur Seite, beraten und informieren sie. Unsere Tarifverträge und Entgeltanalysen wirken weit in die Branche.

ITK-Sektor - ITK-Arbeitsmarkt

IT in der Automobilindustrie: Alles anders als bisher

13.09.2017 | Die Automobilindustrie erlebt einen Wandel von nie dagewesener Wucht. Gerade die IT-Dienstleistungen werden in der Zukunft eine Schlüsselrolle in der Branche übernehmen. Was bedeutet das für die IT-Beschäftigten?

Ohne ausgeklügelte Software ist das Auto von heute nicht denkbar – und das von morgen erst recht nicht. Ohne Informationstechnologie gibt es kein autonomes Fahren, kann kein „Embedded System” dafür sorgen, dass sich das Fahrzeug intelligent selbst steuert. Ob wir künftig in Elektroautos unfall- und staufrei durch die Welt gleiten, jederzeit sicher, zügig und problemlos – alles eine Frage der Software.

Das klingt so, als hätten IT-Fachleute rosige Zeiten – und viel Arbeit – vor sich. Sie sind es schließlich, die intelligente Mobilität erst ermöglichen. Sie entwickeln die Systeme, damit Autos automatisch fahren. Sie müssen die Lösungen finden für noch ungelöste Probleme: Wie gestalten wir digitale Landkarten so, dass sie jederzeit präzise und hochaktuell sind? Wie vernetzen wir die Daten aus dem Auto mit den Daten da draußen?

Tatsächlich sehen Experten gute Beschäftigungschancen. Der Markt für IT-Fachkräfte, -Spezialistinnen und -Spezialisten wird in der Automobilbranche auf lange Zeit riesig bleiben. Unter welchen Bedingungen sie jedoch arbeiten werden, ist kaum vorhersehbar.

Denn mit dem großen Umbruch leitet die Branche auch eine komplette Neuorganisation ein. Gerade der IT-Bereich ist davon stark betroffen. Große Unternehmen setzen zurzeit darauf, ihre IT-Kapazitäten örtlich zu konzentrieren. Volkswagen etwa hat in seiner „IT-City” in Wolfsburg 1.500 IT-Expertinnen und Experten aus 40 Standorten zusammengefasst. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt BMW mit dem Forschungs und Innovationszentrum in München und Daimler mit dem Kompetenzzentrum „Digital Vehicle and Mobility” in Sindelfingen. Der Autozulieferer Bosch hat einen Forschungscampus in Renningen errichtet. In „Digital Labs” versuchen große Automobilhersteller, Start-up-Atmosphäre als Innovationsmotor für sich zu nutzen. Porsche und VW zum Beispiel betreiben solche Experimentierstuben in Berlin – nah dran an der dort lebendigen digitalen Gründerszene.

Stellt sich die Frage, ob der Trend andauert – oder die Unternehmen irgendwann ihre IT-Kompetenzen wieder auf mehrere Standorte verteilen. Verlagern sie die IT-Entwicklung womöglich sogar in die Cloud? Wandern IT-Kompetenzen in Zukunft verstärkt ins Ausland ab?

Vor diesem Hintergrund macht sich die IG Metall für Beschäftigungssicherung stark. Niemand weiß, wo die Entwicklung endet. Aber die IG Metall weiß, welche Haltung sie zu der Entwicklung in der Branche hat. Und die lautet: Wandel? Ja, selbstverständlich. Wer sich nicht wandelt, wird untergehen. Aber eine erfolgreiche Neuorganisation in Zeiten des Umbruchs gelingt nur mit den Beschäftigten, und nicht ohne sie. Und erst recht nicht gegen sie. Das gilt umso mehr, da die Automobilindustrie zusätzlich zum technologischen Umbruch mit hausgemachten Problemen zu kämpfen hat. Der Diesel-Skandal hat eine ganze Branche und ihre Beschäftigten zutiefst verunsichert, viele sind wütend auf die Verantwortlichen. Diese Verunsicherung zieht sich durch die gesamte deutsche Vorzeigebranche, sie herrscht in den Werken der großen Hersteller ebenso wie bei vielen Zulieferern und Dienstleistern. Es ist jetzt wichtiger denn je, dass die Autoindustrie ihre eigenen Beschäftigten, aber auch die Beschäftigten bei Zulieferern und Dienstleistern mitnimmt und nicht vor den Kopf stößt, fordert die IG Metall. Denn ohne motivierte Fachfrauen und -männer wird die Mobilität der Zukunft nicht zu schaffen sein. Die ausgeklügelte Software für das Auto von morgen entwickelt sich nicht von allein.

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