Willkommen bei der IG Metall

IG Metall: die Gewerkschaft in der ITK
Die Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche (ITK) gehört zu den größten Arbeitgebern in Deutschland. Seit mehr als 40 Jahren gestaltet die IG Metall mit den Beschäftigten aktiv die Arbeitsbedingungen in der Branche mit. In nahezu allen ITK-Unternehmen engagieren sich unsere Mitglieder für sichere Arbeitsplätze, Gute Arbeit und gerechte Einkommen. In großen und in kleinen Betrieben stehen wir den Beschäftigten kompetent zur Seite, beraten und informieren sie. Unsere Tarifverträge und Entgeltanalysen wirken weit in die Branche.

ITK-Sektor - ITK-Arbeitsmarkt

IG Metall entwickelt Aktionsplan für die Autoindustrie: Den Motor für Neues anwerfen

13.09.2017 | Noch lässt sich nicht vorhersagen, wie sich die mobile Revolution auf die Beschäftigten in der Automobilindustrie auswirken wird. Mit einem Aktionsplan auf mehreren Ebenen will die IG Metall mögliche negative Folgen dieses Umbruchs eindämmen.

Ein Blick in die Betriebe zeigt: Die Aus- wirkungen der E-Mobilität werden ganz unterschiedlich sein. Das Daimler-Werk in Untertürkheim beispielsweise wird auf längere Sicht in der Produktion so stark ausgelastet sein, dass sich bis 2025 kaum etwas für die Beschäftigten ändern dürfte. Bei den Entwicklungs- abteilungen am dortigen Standort ist jedoch denkbar, dass beispielsweise Diesel-Motoren nur noch „modellge- pflegt”, aber nicht mehr grundlegend neu entwickelt werden.

Der Dichtungshersteller Elring-Klinger wird vermutlich weniger Beschäftigungsprobleme haben, weil er den Anteil, der direkt am Verbrennungsmotor hängt, schon deutlich zugunsten neuer Produkte reduziert hat. Schwieriger wird es dagegen bei reinen Komponentenwerken wie beim ZF Getriebewerk Saarbrücken. Denn das Werk hängt bisher zu annähernd hundert Prozent an der Wertschöpfungskette des Verbrennungsmotors.

In Deutschland sind rund um Entwicklung und Produktion des Antriebs mehr als 250.000 Beschäftigte eingebunden. Für sie gibt es einen doppelten Verän- derungsdruck. Einerseits könnten bis zu 80.000 Arbeitsplätze entfallen, wenn bis 2030 jedes dritte produzierte Fahrzeug einen E-Antrieb hat. Gleichzeitig werden sich die Qualifikationsanforderungen deutlich ändern. Die IG Metall geht davon aus, dass jeder dritte Beschäftigte bis 2030 einen anderen Job machen wird als heute.

Um diese komplexe Transformation in sichere Bahnen zu lenken, hat die IG Metall einen Aktionsplan entwickelt. Es geht ihr darum, die Automobilindustrie zukunftsfähig weiterzuentwickeln und Beschäftigung zu sichern.

Im Dialog mit der EU-Kommission macht sie sich beispielsweise dafür stark, dass bei der Regulation der neuen Abgaswerte für Autos sowohl umwelt- als auch beschäftigungs- und industriepolitische Ziele berücksichtigt werden. Auch die Förderung einer europäischen Batteriezellenproduktion steht auf ihrer Forderungsliste. Sie will damit erreichen, dass sich Europa bei dieser Kerntechnologie weniger von Fernost abhängig macht.

Auf der Ebene des Bundes und der Länder nutzt die IG Metall ihren politischen Einfluss, etwa im Rahmen des „Bündnisses für Industrie” und der Branchendialoge. Vor allem für Konzepte eines lebenslangen Lernens setzt sie sich ein. Darüber hinaus fordert sie ein Transfer-Kurzarbeitergeld. Unternehmen hätten damit die Möglichkeit, Menschen befristet aus der Produktion oder aus Projekten herauszunehmen, damit sie sich qualifizieren können.

Für die IG Metall spielt vor allem in den Unternehmen die Musik. Dort will sie mit Arbeitgebern – wie 2016 bei VW – Zukunftspakte für den Zeitraum bis 2025 abschließen. Diese sollen notwendige Veränderungen in den Betrieben beschreiben, aber den Beschäftigten zugleich Sicherheiten geben.

Ziel ist es, zu Transformationsverabredungen mit den Arbeitgebern zu gelangen, die die gesamte Belegschaft in eine gesicherte Zukunft mitnehmen. Perspektivisch will die IG Metall – wie etwa bei Siemens – in den Unternehmen eine beteiligungsorientierte Innovationkultur aufbauen, die die Beschäftigten als Expertinnen und Experten ihrer Arbeit stärker wertschätzt und in Entscheidungen einbezieht.

Kommentar

Frank Iwer, Leiter Koordinierung und strategische Planung beim Vorstand der IG Metall

Veränderung geht nur mit den Beschäftigten

Die Automobilindustrie befindet sich in einem tief greifenden Umbruch. Manche sprechen sogar von einer Revolution. Wir haben es dabei mit einer fortschreitenden, raschen und gravierenden Veränderung zu tun. Sie findet aber nicht überall gleichzeitig statt. Diese äußerst komplexe Entwicklung wird uns noch lange und auf verschiedenen Ebenen in Atem halten. Wir können sie nur meistern, wenn wir sie gemeinsam mit den Beschäftigten analysieren und gestalten. Dazu brauchen wir über einen absehbaren Zeitraum hinweg Zukunftspakte, die wir mit den Arbeitgebern vereinbaren wollen. Es geht darum, die Chancen dieses Wandels im Interesse aller Beschäftigten zu nutzen und keine Gewinner und Verlierer zu produzieren. Die Automobilbranche wächst nach wie vor und ist außerordentlich profitabel: Der Gewinn dürfte zusammengenommen bei über 45 Milliarden Euro im Jahr liegen. Es gibt daher keinen Grund, die Belegschaften abzukoppeln. Wir brauchen enorme Investitionen in Hightech, aber genauso auch in die Menschen und in sichere Arbeitsplätze.

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