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IG Metall: die Gewerkschaft in der ITK
Die Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche (ITK) gehört zu den größten Arbeitgebern in Deutschland. Seit mehr als 40 Jahren gestaltet die IG Metall mit den Beschäftigten aktiv die Arbeitsbedingungen in der Branche mit. In nahezu allen ITK-Unternehmen engagieren sich unsere Mitglieder für sichere Arbeitsplätze, Gute Arbeit und gerechte Einkommen. In großen und in kleinen Betrieben stehen wir den Beschäftigten kompetent zur Seite, beraten und informieren sie. Unsere Tarifverträge und Entgeltanalysen wirken weit in die Branche.

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Ein Team, Zwei Klassen? – Zum Grausen

03.05.2018 | Bei der IAV eskaliert der Tarifstreit: Der Arbeitgeber verwehrt den Beschäftigten höhere Entgelte und will neue Kolleginnen und Kollegen künftig schlechter bezahlen. Die Belegschaft wehrt sich vehement. Sie will sich nicht in zwei Klassen spalten lassen.

IAV

Neues Jahr, neues Glück? Nicht für die Beschäftigen der IAV Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr. Die IG Metall musste die Gespräche zur Tarifrunde mit der Geschäftsführung im Februar nach nicht einmal einer Stunde abbrechen. Seitdem liegen die Tarifgespräche auf Eis. Der Grund: Das Unternehmen verweigert eine Entgelterhöhung in Anlehnung an den Tarifabschluss der Metall- und Elektroindustrie und möchte außerdem neu eingestellte Beschäftigte mit erheblich niedrigeren Löhnen abspeisen, als es der bisher gültige Haustarifvertrag vorsieht. „Die Belegschaft der IAV wehrt sich gegen diese Spaltung“, sagt Johannes Katzan, Sprecher der IAV-Tarifkommission der IG Metall, „das wäre das letzte, was die Kolleginnen und Kollegen wollen.“

Was bei IAV passiert, erscheint vielen Beschäftigten wie ein Déjà-vu, also eine Wiederholung von bereits Geschehenem: Schon bei den Tarifverhandlungen 2016 brachte der Arbeitgeber eine „Schlechterstellung“ für neue Kolleginnen und Kollegen der IAV ins Spiel. Für sie sollte eine niedrigere Gehaltstabelle gelten. Für die IG Metall war und ist eine Zwei-Klassen-Bezahlung nicht aktzeptabel. „In Teams unterschiedlich bezahlt zu werden – das ist ein Unding“, sagt Gewerkschafter Katzan.

Gesamtbetriebsratsvorsitzender Mark Bäcker ist von der Strategie des Unternehmens nicht überzeugt. „In dem Metier, in dem wir uns bewegen, ist es keine Lösung, einzig und allein auf Kosten der Mitarbeiter zu sparen“, erklärt er. Die Geschäftsführung will künftig bis zu 30 Prozent bei den Gehältern einsparen, berichtet er. Veränderungen von Unternehmensprozessen spielen hingegen keine Rolle. „Als High-End-Dienstleister der Automobilindustrie mit neuesten Technologien kann es nicht der richtige Weg sein, bei den Beschäftigten zu streichen, um sich auf dem Markt zu etablieren“, sagt Betriebsrat Bäcker.

Auch das Argument der schwierigen wirtschaftlichen Situation teilt Bäcker nicht. „Nach den Zahlen, die wir kennen, sind wir ein gutes, attraktives und sogar profitables Unternehmen in der Automobilindustrie“, sagt er. Das Unternehmen rücke sich selbst gezielt in ein schlechtes Licht, um die Forderung nach Kostensenkung beim Personal zu untermauern. „Deswegen ist für uns das Vorgehen der Geschäftsführung noch weniger nachvollziehbar.“ Dass nur neue Mitarbeiter Gehaltseinbußen hätten, ist für den Betriebsratsvorsitzenden kein Trost. Auch er betont: „Wir wollen keine Spaltung.“

Seit dem Gesprächsabbruch im Februar ziehen die Beschäftigten regelmäßig jeden Freitag vor das Werktor in Gifhorn. Die IG Metall hat an allen sechs Standorten sogenannte Tariffreitage organisiert. Gemeinsam und solidarisch verleihen die Beschäftigten so ihren Forderungen Nachdruck.

Die IG Metall ist durchaus zu Gesprächen bereits, betont Verhandlungsführer Katzan. Aber klar sei auch: Eine Ungleichheit im Unternehmen darf und kann es dauerhaft nicht geben. Deshalb lautet die Forderung aus der Belegschaft an den Arbeitgeber: Kehrt endlich an den Verhandlungstisch zurück.

Bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe hat sich die Geschäftsführung keinen Zentimeter bewegt. „Der Arbeitgeber hat keine Angebote gemacht, sondern ausschließlich Gegenforderungen aufgestellt“, sagt Johannes Katzan. Dies sei keine Verhandlungsgrundlage für Tarifvertragsparteien. Mitte April folgte eine Kundgebung vor der Unternehmenszentrale von IAV in Berlin. Mit einem klaren Ziel: Die IAV-Tarifkommission der IG Metall möchte so schnell wie möglich zu einem Ergebnis in dieser Tarifrunde kommen – eines, das nicht auf Kosten der IAV-Beschäftigten geht.

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