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Arbeitnehmerrechte

Arbeit & Beruf - Arbeitnehmerrechte

Ein Betriebsrat ist nicht die Regel

06.01.2014 | Interview mit Arno Völker, Betriebsrat Software AG, Darmstadt

Arno Völker

*Womit befasst sich Euer Betriebsrat
aktuell?*
Arno Völker: Neben den Standardthemen wie arbeitsrechtliche Mitarbeiterberatung, Arbeitszeitkontrolle, IT-Systeme und da­zu­ge­hörende Datenschutzfragen rücken bei uns in den nächsten Jahren verstärkt der demografische Wandel und Gesund­heits­fragen in den Vordergrund. Unsere erste Gefährdungsbeurteilung hat viele Schwachstellen im Unternehmen sichtbar gemacht. Sie hinterlässt uns Aufgaben, die angeschoben und gesteuert werden müssen. Auch um das betriebliche Gesundheitsmanagement wollen wir uns verstärkt kümmern, um es weiter zu stabilisieren und auszubauen.
Gibt es Dinge, die Euch zurzeit besondere Sorgen bereiten?
Als regelrechtes Drama erleben wir die schleichende Verlagerung von Softwareentwicklungsaufgaben nach Indien. Unsere Geschäftsleitung preist zwar heuchlerisch den Standort Deutschland. Aber hierzulande entstehen kaum noch neue Arbeitsplätze in der Softwareentwicklung. Ihren Äußerungen lässt sie erkennbar keine Taten folgen. Das muss sich ändern.
Was motiviert Dich, wieder für den Betriebsrat zu kandidieren?
Für eine Softwarefirma ist es nicht die Regel, einen Betriebsrat zu haben. Bei der Software AG haben wir in diesem Jahr immerhin das zwanzigjährige Bestehen des Betriebsrats gefeiert, dem ich selbst seit 16 Jahren angehöre. Bei dem Fest haben uns die Kolleginnen und Kollegen gezeigt, wie wichtig es für sie ist, einen Betriebsrat zu haben. Die Software AG ist ein börsennotiertes Unternehmen mit einem absurden Gewinnstreben. Der Umgang mit den Mitarbeitern ist mancherorts rauer geworden, die unternehmerischen Zwän­ge werden stärker. Dieser Rückhalt in der Belegschaft motiviert und spornt an, sich für jeden einzelnen Kollegen einzusetzen.

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