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Infineon: Tarifvertrag weiter absichern, Entgeltverlust verhindern

20.12.2011 | Vor einem Jahr ist es der IG Metall gelungen, die Tarifbindung bei dem Chip-Konzern wieder herzustellen. Dem Unternehmen geht es gut, der Umsatz steigt, der Gewinn ebenfalls.

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Aber die Beschäftigten sollen davon nur wenig abbekommen. Die hängen – trotz geltendem Flächentarifvertrag – noch immer beim Entgelt mit 2,7 Prozent gegenüber anderen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie hinterher. Denn Infineon wollte auf kleinen Stufen in den Flächentarifvertrag zurückkehren.

Nun möchte der Chip-Konzern seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch noch stärker ins Risiko nehmen. Er plant, eine ergebnisabhängige Entgeltkomponente auch für die Tarifmitarbeiter einzuführen und will zu diesem Zweck einen Teil der tariflich fixierten Leis­tungszulage in eine Bonuszahlung umwandeln. Für einzelne Beschäftigte könnte dies zu einem Entgeltverlust von bis zu zehn Prozent führen. Auch gegenüber dem Flächentarifvertrag würden sie aufgrund des erweiterten Risikos durchschnittlich sieben Prozent weniger verdienen.

»Es gibt überhaupt keinen Grund, angesichts der aktuellen Unternehmensentwicklung bei Infineon über tarifliche Sonderkonditionen zu sprechen, die die Beschäftigten schlechter stellen«, sagt Sibylle Wankel, Verhandlungsführerin der IG Metall Bayern. »Der Konzern hat schwierige Bereiche abgestoßen. Und nun läuft alles wieder normal gut. Da bedarf es keiner Hoppla-hopp-Aktionen, sondern positiver Signale, um die Beschäftigten nachhaltig am Unternehmenserfolg zu beteiligen und qualifizierte Fachkräfte nicht zu verprellen.«

Die Beschäftigten haben ihren Unmut über das Vorgehen der Arbeitgeber bereits deutlich zum Ausdruck gebracht. Sie übergaben dem Mana­gement am Campeon über 2.000 Unterschriften für den Erhalt der Tarifstandards und die Anbindung an die Fläche. Die Unterschriften wurden innerhalb von zwei Wochen an beiden Standorten gesammelt.

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