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Vodafone: Beschäftigte gegen Horrorkatalog

15.10.2013 | Das Einweihungsfest für die schicke neue Vodafone-Zentrale auf dem Vodafone-Campus in Düsseldorf im Juni nutzten mehr als 700 Beschäftigte aus 13 Standorten, um ihren Unmut über die »Billig-Strategie« des neuen Chefs der Vodafone GmbH auszudrücken. Und bis heute hält ihr Protest an.

Mahnwache bei Vodafone gegen Billig-Kurs

Im April hatte das Unternehmen den neuen Kurs angekündigt. Dadurch könnten sich die Arbeitsbedingungen für rund 6.000 Kolleginnen und Kollegen teilweise erheblich verschlechtern. Viele von ihnen werden ihren Arbeitsplatz verlieren. Aufgaben sollen künftig nach Indien und Rumänien verlagert, Stellen abgebaut und teilweise in eine tariflose Servicegesellschaft ausgelagert werden. Aber auch für die Kolleginnen und Kollegen, die verbleiben sollen, hat Vodafone-Chef Jens Schulte-Bockum einen »Horrorkatalog« vorgelegt: Bis Oktober 2016 sollen alle Gehälter eingefroren und neue Tarifgruppen unterhalb des heutigen Tarifniveaus eingeführt werden. Es wird künftig keine Zuschläge mehr für Mehr-, Samstags-, Schichtarbeit und Rufbereitschaft geben. Übertarifliche Zulagen sollen mit Tariferhöhungen verrechnet werden. Für alle Beschäftigten wird die 40-Stunden-Woche gelten, der Samstag soll zum Regelarbeitstag werden. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit will die Geschäftsleitung kürzen und das Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie den Erfolgsbonus von der persönlichen Leistung abhängig machen.
»Was die meisten Kolleginnen und Kollegen aufregt: Vodafone erwirtschaftet traumhafte Margen und setzt mit seiner ›Billig-statt-besser-Strategie‹ seinen Ruf als Premiumanbieter auf’s Spiel«, sagt Sabine Bube, Projektsekretärin Vodafone beim IG Metall-Bezirk Nordrhein-Westfalen. Das haben die Kolleginnen und Kollegen auch auf einer Mahnwache während des Familientags am 14. September in der neuen Vodafone-Zentrale klar gemacht (siehe Foto). Mit ihrem anhaltenden Protest wollen sie der Geschäftsleitung Druck machen, sich den Risiken ihres Kurses zu stellen und soziale Verantwortung zu übernehmen. »Bis jetzt versteht sich der neue Chef vor allem darauf, zu provozieren. Wir werden ihm zeigen, dass er mit seinen Zumutungen für die Beschäftigten nicht durchkommt«, so Bube.

Bilder

  • Mahnwache