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Hewlett Packard: Europäisches Gewerk­schafts­bündnis gegründet

04.01.2013 | Die beiden europäischen Gewerkschaftsdachverbände IndustriAll Europe, in der auch die IG Metall Mitglied ist, und UNI Global Union haben im Oktober ein Europäisches Bündnis (Hewlett Packard European Alliance) aus der Taufe gehoben, um auch auf europäischer Ebene koordiniert die Interessen der Beschäftigten zu stärken.

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Der geplante Stellenabbau hat einmal mehr gezeigt: Der HP-Konzern handelt international und europäisch abgestimmt. Auch im kommenden Jahr sollen Arbeit und Arbeitsplätze zwischen Ländern hin und her geschoben werden. Die jüngst gegründete europäische gewerkschaftliche Allianz will dieser Unternehmenspolitik ein Netzwerk auf der Arbeitnehmerseite entgegenstellen.

Der Computer-Hersteller hatte im Frühjahr angekündigt, bis 2014 weltweit 29 000 Arbeitsplätze, darunter mehr als 8000 in Europa, abbauen zu wollen. Dabei hatte er weder die nationalen Arbeitnehmervertretungen noch den Europäischen Betriebsrat ausreichend über seine Pläne und deren konkrete Umsetzung informiert.

Von den 350 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die HP weltweit beschäftigt, arbeiten rund 80 000 in Europa. Diese werden von mehr als einem Dutzend Gewerkschaften in zehn europäischen Ländern vertreten. Hinzu kommen eine Reihe von Betriebsräten und Arbeitnehmervertretungen auf nationaler Ebene sowie ein Europäischer Betriebsrat, die ebenfalls die Interessen der europäischen Belegschaften vertreten. Mit dem nun gegründeten Bündnis – HP European Alliance – wollen die beiden europäischen Gewerkschaftsdachverbände die Zusammenarbeit der nationalen Gewerkschaften, Betriebsräte und Arbeitnehmervertretungen sowie des Europä­ischen Betriebsrats stärken, um auf HP Druck auszuüben. Luc Triangle, stellvertretender Generalsekretär der IndustriAll, sagte auf der Gründungsveranstaltung am 19. Oktober in Berlin: »Das neue Bündnis stellt sich als geeinte gewerkschaftliche Macht auf europäischer Ebene dar mit dem Ziel, HP dazu zu bringen, seine Pläne zu ändern und Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern. Gemeinsam werden wir uns als eine Kraft präsentieren, die HP nicht übersehen kann.«

Das Bündnis hat sich unter anderem vorgenommen, eine gemeinsame Strategie für Arbeitsplatz- und Beschäftigungssicherung bei HP zu entwickeln, Tarifverträge auf den Weg zu bringen sowie die Interessenvertretungen, Gewerkschaften und den gegenseitigen Informationsaustausch zu stärken.

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