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15. IG Metall-Erhebung »Entgelt in der ITK-Branche 2013« – ITK-Entgelte hinken hinterher

01.03.2013 | Eurokrise und Konjunkturdämpfer haben dem ITK-Sektor bisher nichts anhaben können. Die Zeichen stehen weiterhin auf Wachstum. Doch dieses kommt bei den Beschäftigten kaum an. Mit durchschnittlich plus zwei Prozent mehr Gehalt 2012 erhielten sie lediglich einen Aus­gleich für die gestiegenen Lebenshaltungskosten.

Mann + 2 Frauen am Computer

Alljährlich untersucht die IG Metall die Entgelte der Beschäftigten in der ITK-Branche. Die neue Studie weist für 2012 über alle untersuchten Jobfamilien und Hierarchiestufen hinweg ein moderates Plus bei den Entgelten in der Branche aus. Das ist nach den mageren Zuwächsen der vergangenen Jahre bitter nötig. Aber dennoch stehen die um durchschnittlich zwei Prozent angehobenen Entgelte in keinem Verhältnis zu dem selbst in den Krisenjahren 2009 und 2010 ungebrochenen Branchenwachstum. Damit werden auch die wachsenden Arbeitsbe­lastungen infolge ständiger Umstrukturierungen, verbunden mit teilweise erheblichem Beschäftigungsabbau und chronisch knapp bemessenen Personal­decken nicht angemessen kompensiert. Die schmale Entgelterhöhung 2012 reichte gerade mal aus, die gestiegenen Lebenshaltungskosten auszugleichen.

Fachkräftemangel nicht spürbar
Bei der Gehaltsentwicklung zeigen sich große regionale Unterschiede. Auch zwischen den einzelnen Jobfamilien hat sich einiges verändert. So liegen die Entgeltzuwächse für die besonders gefragten Fachkräfte in den Bereichen Beratung, Soft­wareentwicklung und Projektmanagement etwas unter dem Durchschnitt von zwei Prozent. Hingegen sind die Verdienste der eher in der Vergangenheit stiefmütterlich behandelten Beschäftigten in Call-Centern, Vertrieb und Verwaltung sowie von kaufmännischen Angestellten überdurchschnittlich angestiegen. Das lässt darauf schließen, dass ein akuter Fachkräftemangel in vielen ITK-Unternehmen noch nicht spürbar ist. Klare Gewinner sind ITK-Beschäftigte in Führungspositionen: Sie verdienten 2012 rund 3,8 Prozent mehr.

Auch bei dieser Untersuchung zeigt sich: Mit Tarif gibt es mehr! ITK-Beschäftigte in nicht tarifgebundenen Unternehmen konnten ihr Gehalt um lediglich 1,4 Prozent steigern und erlitten damit einen Reallohnverlust. Demgegenüber stehen Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben mit einem Plus von 2,8 Prozent deutlich besser dar. Aber von den 4,3 Prozent mehr, die die IG Metall in der letzten Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie durchsetzten konnte, sind die ITK-Unternehmen noch weit entfernt.

Daten zur Entgeltanalyse 2013: 15. IG Metall-Erhebung »Entgelt in der ITK-Branche 2013«

Für die diesjährige IG Metall-Erhebung wurden 31923 Entgeltdaten aus 146 Betrieben (im Vorjahr 132 Betriebe) mit über 170000 Beschäftigten ausgewertet.

Durchschnittlich stiegen die Entgelte 2012 um zwei Prozent, in tarifgebundenen Betrieben sogar um 2,8 Prozent, in nicht tarifgebundenen Unternehmen lediglich um 1,4 Prozent.

Die Untersuchung erfasst auch die Ausbildungsvergütungen. Diese haben 2012 mit plus 3,4 Prozent stark zugelegt. Der Hauptgrund liegt in dem deut­lichen Anstieg der tariflichen Azubi-Entgelte um 4,3 Prozent. Ursächlich dürfte aber auch hier der härtere Wettstreit der Unternehmen um junge Nachwuchskräfte sein.

Die IG Metall-Broschüre »Entgelt in der ITK-Branche 2013« kann be­stellt werden über: onlineservice@buchundmehr.de oder 069-9520530. Für IG Metall-Mitglieder ist eine preis­günsti­gere Ausgabe über die jeweilige Verwaltungsstelle lieferbar.

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