Entgelt & Tarif

Entgelt_schmal

Entgelt

Entgelt & Tarif - Entgelt

IG Metall-Erhebung: Entgelt in der ITK-Branche 2014 – Tarif zieht!

18.03.2014 | Der Aufwärtstrend in der ITK-Branche wird endlich auch für die Beschäftigten spürbar. Zu diesem Ergebnis kommt die 16. Gehaltsanalyse der IG Metall „Entgelt in der ITK-Branche“. Erstmals nach fünf Jahren sind die Gehälter der ITK-Beschäftigten über alle Berufsgruppen und Hierarchiestufen hinweg deutlich angestiegen. Wichtigste Ursache sind die positiven Tarifabschlüsse der vergangenen Jahre.

Entgelt in der ITK-Branche 2014

Um durchschnittlich 3,3 Prozent stiegen die Jahresgehälter der ITK-Beschäftigten im vergangenen Jahr. Das ist die höchste Steigerung der ITK-Entgelte in den letzten fünf Jahren. Damit nahmen die Beschäftigten zum ersten Mal in diesem Zeitraum am Produktivitätszuwachs der Branche teil. 2012 lagen die Entgeltzuwächse noch bei durchschnittlich zwei Prozent und konnten damit lediglich die Preissteigerung ausgleichen.

Die inzwischen 16. Erhebung der IG Metall zeigt für das zurückliegende Jahr einen deutlichen Anstieg der Gehälter über alle Berufsgruppen und Hierarchieebenen hinweg. Für die meisten ITKler hat sich die Einkommenssituation damit verbessert. Allerdings erhöhten sich die Entgelte je nach Tätigkeit sehr unterschiedlich, denn bei immerhin noch 40 Prozent aller erfassten Tätigkeitsprofile lagen die Zuwächse unter der Inflationsrate oder erreichten gerade mal ihren Wert.

Faire Entgeltentwicklung durch Tarif
Ursächlich für den Entgeltsprung in der Branche sind vor allem die guten Tarifabschlüsse im Jahr 2013, wie sie die IG Metall insbesondere in der Metall- und Elektro­industrie durchsetzen konnte. Viele ITK-Unternehmen bezahlen nach diesen Tarifverträgen oder richten sich danach. Infolgedessen stiegen die Festeinkommen in ITK-Firmen mit Tarifvertrag sogar um durchschnittlich 4,0 Prozent. Diese Zuwächse lagen damit – wie in den Jahren zuvor – deutlich über denen von nichttarifgebundenen Unternehmen. Dort gab es mit plus 2,4 Prozent gegenüber dem letzten Jahr (2012: plus 1,4 Prozent) erstmals wieder eine merkliche Erhöhung. Damit bestätigt sich: Tarif zieht!

Auch die Ausbildungsvergütungen in den typischen IT-Ausbildungsberufen profitierten von der tariflichen Sogwirkung. Mit plus 11,1 Prozent legten auch sie 2013 Jahr erheblich zu.

Ausbildungszahlen Stagnieren
Ob die ITK-Unternehmen mit diesem Anstieg auch für Fachkräfte wieder attraktiver werden, lässt sich gegenwärtig nicht eindeutig sagen. Die Branche wächst und hat 2013 die Rekordmarke von 900000 Beschäftigten überstiegen. Jedoch gibt es viele Belege, dass ITK-Firmen noch zu wenig tun, um Fachkräfte langfristig an sich zu binden. So etwa stagniert die Zahl der Ausbildungsverträge im IT-Bereich seit Jahren. Auch ist der Anteil der jungen Frauen an den neu abgeschlossenen Verträgen weiterhin rückläufig. Damit lässt die Branche Chancen für zukünftige Entwicklungen ungenutzt.

Daten zur Entgeltanalyse

  • Für die diesjährige Entgeltanalyse der IG Metall in der ITK-Branche wurde die Datenbasis nochmals erweitert. Ihr liegen diesmal rund 35500 Entgeltdaten aus 160 Betrieben zugrunde. Sie ist damit die größte Erhebung in der Branche.
  • ­Durchschnittlich stiegen die Entgelte in der ITK-Branche um 3,3 Prozent. Sie liegen damit großenteils deutlich über der Inflationsrate von 1,5 Prozent.
  • ­In tarifgebundenen Unternehmen lag der Zuwachs der Festgehälter bei 4,0 Prozent, in den Unternehmen ohne Tarifbindung bei 2,4 Prozent. Die variablen Anteile an den Gehältern nahmen leicht ab und blieben damit im Vergleich zu 2012 nahezu unverändert.
  • ­Die Vergütungen in den ITK-Aus­bildungsberufen lagen 2013 um 11,1 Prozent höher als im Vorjahr, die Einstiegsgehälter nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss erhöhten sich um zwei Prozent.
  • ­Mit plus 3,4 Prozent stiegen auch die Vergütungen in der dualen Ausbildung an Berufsakademien, ebenso die Einstiegsgehälter nach entsprechendem Abschluss (um plus 1,8 Prozent).
  • ­Die Arbeitszeiten haben sich weiter ausdifferenziert. Der Anteil der ITK-Beschäftigten mit einer tariflichen Arbeitszeit von bis zu 37,5 Stunden pro Woche hat sich auf 48,1 Prozent erhöht. Aber auch der Anteil derjenigen, die regelmäßig 40 Stunden in der Woche arbeiten, ist leicht gestiegen. Er liegt in tarifgebundenen Unternehmen bei 37,7 Prozent. Mit 55,8 Prozent liegt der Anteil derjenigen ITK-Beschäftigten, die wöchentlich 40 Stun-den arbeiten, in nichttarifgebundenen Unternehmen deutlich höher.

Bestelladresse:
Die IG Metall-Broschüre „Entgelt in der ITK-Branche 2014“ kann sowohl als gebundene Ausgabe als auch als e-book-Version bestellt werden über: onlineservice@buchundmehr.de oder tele­fonisch unter 069-9520530. IG Metall-Mitglieder erhalten eine Sonderausgabe für Euro 4,90 bei den örtlichen IG Metall-Büros.

Bilder