Entgelt & Tarif

Entgelt_schmal

Entgelt

Entgelt & Tarif - Entgelt

IG Metall-Erhebung: Entgelt in der ITK-Branche 2015: Reales Wachstum mit Tarif

01.03.2015 | Tarif zieht – das zeigte sich bereits bei der letztjährigen IG Metall-Entgeltanalyse in der ITK-Branche. Die Daten der diesjährigen Erhebung machen das Bild noch klarer: Nur in den tarifgebundenen Unternehmen konnten die Beschäftigten reale Einkommens­zuwächse erzielen. In den Betrieben ohne Tarif mussten sie dagegen Reallohnverluste hinnehmen. Durchschnittlich stiegen die Entgelte in der Branche zwar um 2,5 Prozent, aber damit deutlich geringer als im vergangenen Jahr.

Entgeltanalyse 2015

Steigende Umsätze und gute Aussichten für das Jahr 2015 prägen die Stimmung in der ITK-Branche. Insbesondere die Bereiche IT-Services und Software blicken zuversichtlich nach vorne. Zwei Drittel der IT-Unternehmen wollen 2015 Personal einstellen. Es fehlen zurzeit – nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom – rund 41000 IT-Spezialisten. Der Fachkräftemangel wird also die Branche weiter begleiten. Gut die Hälfte der ITK-Betriebe fühlt sich dadurch inzwischen in der Geschäftstätigkeit behindert.

Die starke Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in der Branche, möchte man meinen, bietet alles in allem gute Voraussetzungen für faire Entgelte und gute Arbeit, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu binden. Es zeigt sich jedoch: Obwohl Umsätze und Stimmung in der ITK-Branche hervorragend sind, kommen die Erfolge bei weitem nicht bei allen Beschäftigten an.

Unternehmen sind verunsichert
Die Branche steht unter enormem Druck angesichts der anstehenden Umwälzungen, die mit Cloud Computing und einer stärkeren Verknüpfung von IT-und Fertigungstechnologie im Rahmen der Industrie 4.0 verbunden sind. Zwar gibt es hohe Erwartungen an die Zukunft, aber noch sind die Unternehmen unsicher, ob und wie sie die neuen Herausforderungen bewältigen können. Und genau dies drückt sich für viele ITKler in längeren Arbeitszeiten, wachsendem Arbeitsplatzabbau und ungebremstem Outsourcing, aber auch in weniger stark steigenden Entgelten aus.

Zwar haben sich die Verdienste nach der neuesten Gehaltsanalyse der IG Metall „Entgelt in der ITK-Branche 2015“ in fast allen typischen ITK-Berufen und über alle untersuchten Jobfamilien und Hierarchiestufen hinweg mit durchschnittlich plus 2,5 Prozent weiterhin positiv entwickelt. Allerdings geschah dies nicht in dem gleichen Maße wie im Vorjahr (plus 3,3 Prozent). Und dies gilt auch nicht für alle Beschäftigten. So variieren die Gehaltsentwicklungen regional sowie innerhalb einzelner Jobfamilien

Außerdem gibt es eine große Kluft zwischen den Gehältern, die in tarifgebundenen und nicht tarifgebundenen Betrieben gezahlt werden. Reale Einkommenssteigerungen erzielten nur ITK-Beschäftigte in Unternehmen mit Tarifvertrag. Ihre Entgelte stiegen durchschnittlich um 3,6 Prozent. Bei nicht tarifgebundenen Betrieben lagen die Gehaltszuwächse gerade mal bei 0,3 Prozent und wurden durch die Inflationsrate praktisch aufgefressen.

Repräsentative Ergebnisse
Die jährliche Entgeltanalyse der IG Metall für die ITK-Branche ist aufgrund ihrer hohen Erfassungsbreite repräsentativ und die umfangreichste Erhebung ihrer Art.

Daten zur Entgeltanalyse

■ ­Für die diesjährige 17. Entgeltanalyse der IG Metall in der ITK-Branche wurden mehr als 36000 Entgeltdaten aus mehr als 140 Betrieben ausgewertet.
■ ­Tarifverträge sichern am effektivsten eine faire Gehaltsentwicklung. Das zeigt gerade diese aktuelle Entgelterhebung der IG Metall: Beschäftigte in tarifgebundenen Unternehmen konnten deutlich mehr Geld für Konsum oder Rücklagen ausgeben als Beschäftigte in nicht tarifgebundenen Betrieben.
■ Die guten Tarifabschlüsse der letzten Jahre im Organisationsbereich der IG Metall haben sich 2014 auch positiv auf die Einstiegsgehälter in der ITK-Branche ausgewirkt. Sie stiegen durchschnittlich um 1,9 Prozent.
■ ­Bei den Ausbildungsvergütungen zeigt sich ein zweigleisiger Trend: Die ITK-Branche setzt offenbar verstärkt auf das duale Studium. Das erklärt, warum die Ausbildungsvergütungen dual Studierender gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 1,3 Prozent gestiegen sind. Demgegenüber wurden die Ausbildungsvergütungen derjenigen, die eine „klassische“ duale Ausbildung durchlaufen, im Schnitt um 0,8 Prozent abgewertet. Ausgenommen sind Auszubildende im Berufsfeld Fachinformatiker: Sie verdienten 2014 sogar 7,2 Prozent mehr Geld und sind nach wie vor gesucht.
■ ­Tarifverträge wirken auch auf die Arbeitszeiten. Knapp die Hälfte der Kolleginnen und Kollegen (48,3 Prozent) in Unternehmen mit Tarif arbeiten regelmäßig bis zu 37,5 Wochenstunden. In nicht tarifgebundenen Betrieben liegt dieser Anteil bei 23,7 Prozent. Hier arbeiten die Beschäftigten größtenteils (53,9 Prozent) regelmäßig 40 Stunden pro Woche, ohne dass sich dies in vielen Fällen im Entgelt niederschlägt.

Bestelladresse: Die 17. Gehaltsanalyse der IG Metall „Entgelt in der ITK-Branche 2015“ kann sowohl als gebundene Ausgabe als auch als e-book-Version bestellt werden über: onlineservice@buchundmehr.de
oder tele­fonisch unter 069-9520530.
IG Metall-Mitglieder erhalten eine
Sonderausgabe für Euro 4,90 bei den örtlichen IG Metall-Büros.

Bilder