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Entwicklungstrends in der europäischen ITK-Industrie: ITK-Produktion stagniert

30.07.2015 | Europas ITK-Industrie fällt im internationalen Vergleich gegenüber den Weltspitzennationen deutlich zurück. Gleichwohl nimmt die Region auch weiterhin mit Blick auf die Entwicklungsleistungen, Innovationskraft und Marktgröße der Branche eine bedeutende Stellung in der Welt ein. Allerdings wird es in Europa zu gravierenden Veränderungen bei der Beschäftigung von IT-Fachkräften kommen. Dies ist das Ergebnis einer vom europä-ischen Gewerkschaftsdachverband IndustriAll in Auftrag gegebenen Analyse.

Beschäftigungsentwicklung in der ITK-Produktion

Der weltweite ITK-Markt wächst seit Jahren kontinuierlich. Aber der Anteil Europas an diesem Wachstum stagniert weitgehend. Demgegenüber profitieren vor allem Asien, der pazifische Raum und Nordamerika von dieser Entwicklung. Dies ist das Ergebnis der „ICT-Strategic Study” von SyndexEurope, die erstmals auf einer Konferenz von europäischen Gewerkschaftsvertretern/-innen aus der ITK-Branche am 21. Mai 2015 in
Helsinki vorgestellt wurde. SyndexEurope ist ein französisches Beratungsunternehmen, das bereits seit Jahren eng mit den europäischen Gewerkschaften zusammenarbeitet und sie im Rahmen des Sozialen Dialogs berät.
Die Studie zeigt auch, dass die Produktion von Computern und Peripheriegeräten – und damit verbunden die Beschäftigungsentwicklung – in Europa tendenziell rückläufig ist. Demgegenüber steigt die Bedeutung von ITK-Technologien und -Dienstleistungen in anderen Industriesektoren, insbesondere in den Bereichen Automotive, Maschinenbau und Luftfahrt. Hier sind es vor allem IT-gesteuerte Instrumente zum Messen, Testen und zur Navigation, die besonders stark nachgefragt werden.
Diese Veränderungen – zum einen die rückläufige Herstellung von Computern, Dru­ckern, elektronischen und optischen Produkten und zum anderen die verstärkte Nachfrage von Seiten der Anwenderbranchen nach „embedded systems”, das heißt nach Rechnern, die in einem anwendungsbezogenen technischen Kontext eingebunden sind – werden sich, wie bereits in der Grafik angedeutet, in erheblichem Maße auf die Beschäftigung von IT-Fachkräften auswirken. Europaweit sind allein in den letzten sieben Jahren rund 25.0000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Diese Entwicklung trifft insbesondere die ITK-Produktion in Deutschland, zumal hier zweimal mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt sind als in Frankreich, dem zweitgrößten ITK-Hersteller in Europa (gefolgt von Großbritannien und Italien).

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