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ITK-Fachkräftenachwuchs: Junge Leute haben Lust auf Technik

01.03.2015 | IT-Berufe waren in der Vergangenheit nicht gerade von jungen Leuten begehrt. Das zeigen die stagnierende Zahl von Ausbildungsverhältnissen in den IT-Berufen, die hohe Abbrecherquote beim Informatikstudium und das rückläufige Interesse von jungen Frauen an einem IT-Job trotz wachsender Anstrengungen der Unternehmen, mit ihnen unter anderem über Girls Days und Mentoring-Programme in Kontakt zu kommen. Doch bei den Jugendlichen hat offenbar eine Trendwende eingesetzt.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag von Bitkom. Danach kann sich jeder vierte Schüler (25 Prozent) vorstellen, später einmal in der ITK-Branche zu arbeiten. 2010 lag das Interesse noch bei 23 Prozent. Vor allem Gymnasiasten haben mehr Lust auf Technik. Von ihnen können sich 32 Prozent für einen Informatik-Job begeistern. Demgegenüber ist das Interesse bei Realschülern (16 Prozent ) und Hauptschülern (12 Prozent) deutlich geringer. Auch eine Tätigkeit in anderen naturwissenschaftlichen Bereichen wird für junge Leute – sowohl Mädchen als auch Jungen – zunehmend interessant. Einen Ingenieurberuf können sich sogar 43 Prozent der befragten Jugendlichen vorstellen (2010: 27 Prozent). Allerdings zeigt sich hier eine starke Differenz zwischen jungen Männern (48 Prozent) und jungen Frauen (36 Prozent).

Ein Rekordhoch zeigt sich auch beim Interesse an einem Informatik-Studium: Die Zahl der Studienanfänger in diesem Fach ist im Wintersemester 2014/15 um 2,6 Prozent auf 34.300 gestiegen. Dagegen mussten alle anderen MINT-Fächer Einbußen hinnehmen. Und auch die Frauen ziehen beim Informatik-Studium stärker mit: Ihr Anteil stieg um 5,6 Prozent, während er bei den männlichen Informatikstudierenden bei plus 1,8 lag.

Um mehr jungen Frauen den Einstieg in eine hochqualifizierte Position in der ITK-Branche zu erleichtern, hat Bitkom nun auch ein erstes Hochschulnetzwerk in Berlin gegründet. Es will den Kontakt zwischen Studentinnen und Expertinnen aus den beteiligten Unternehmen herstellen und ihnen Einblicke in die praktische Arbeit geben. Mehrmonatige Mentoring- und Shadowing-Programme sollen die Studentinnen fördern. Außerdem können sie bei einem Praktikum oder bei ihrer Bachelor- oder Masterarbeit unterstützt werden.

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