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Gothaer Systems: Arbeitszeitmodell erlaubt Zeitsouveränität

10.12.2015 | Das Thema Arbeitszeit in Zeiten mobiler Arbeit beschäftigt den Betriebsrat beim Softwaredienstleister Gothaer Systems in Köln seit Jahren. Mit einem Arbeitszeitmodell, das den Beschäftigten viel Spielraum gibt, will er dem „Arbeiten am Limit“, wie es für viele Beschäftigte in der ITK-Branche typisch ist, entgegenwirken.

Gothaer Systems

Keinerlei Kernarbeitszeit und eine enorme Flexibilität, um von zu Hause aus zu arbeiten, private Termine wahrzunehmen oder für den Notfall gerüstet zu sein: Das bietet das Arbeitszeitmodell bei Gothaer Systems. „Unser Modell basiert auf dem Grundsatz ‚geben und nehmen‘“, sagt Harald van Bonn, Betriebsratsvorsitzender bei Gothaer Systems. „Das bedeutet: Arbeitszeitsouveränität ist keine Einbahnstraße. Wer flexibel arbeiten will, muss sich bei uns mit den Kolleginnen und Kollegen absprechen, sich aber auch gegebenenfalls mit seinem Vorgesetzten arrangieren und betriebliche Belange berücksichtigen.“
Wie wichtig den Kolleginnen und Kollegen geregelte und gleichzeitig flexible Arbeitszeiten sind, die Rücksicht nehmen auf ihre privaten Belange, auf familiäre Anforderungen oder unerwartete Zwischenfälle, zeigte sich auch 2008 bei einer Beschäftigtenumfrage des Betriebsrats. „Flexible Arbeitszeiten empfanden die meisten von ihnen als großen Pluspunkt“, sagt der Metaller.

Betriebsrat ist mit im Boot
In der Praxis werden Teambesprechungen und andere Termine, die zu einer bestimmten Zeit Anwesenheit verlangen, relativ früh festgelegt, damit alle sich darauf einstellen können. Es gibt einen Korridor von 50 Plus- und 20 Minus-Stunden, in dem sich die Beschäftigten bewegen können. Der Betriebsrat ist mit im Boot, wenn es darum geht, volle Zeitkonten wieder auszugleichen. Von Vertrauensarbeitszeit hält Harald van Bonn nichts. „Bei uns sind alle Kolleginnen und Kollegen zur elektronischen Zeiterfassung verpflichtet. Die reguläre Arbeitszeit beträgt 7,6 Stunden täglich.“
Auch andere Formen flexibler Arbeit sind bei Gothaer Systems seit Jahren gang und gäbe. Es gibt geregelte Telearbeit und „Remote-Arbeit“, die den Zugriff auf die betrieblichen Systeme von zu Hause aus erlaubt. Aktuell wird das Thema „mobiles Arbeiten“ angepackt. „Im ersten Schritt wurde ein Pilotprojekt gestartet, bei dem die Kolleginnen und Kollegen dienstliche Kalenderdaten auf ihre Smartphones leiten und dort einsehen können“, so van Bonn. Weitere Schritte, um insbesondere Fragen der Ergonomie und Haftung zu regeln, sollen folgen.
Seit jeher bewegt den Betriebsrat die wachsende Arbeitsverdichtung. „Wir haben einen hohen Grad an Loyalität in der Belegschaft gegenüber dem Unternehmen. Viele Beschäftigte sind daher bereit, viel zu leisten und dabei immer näher an ihre Grenzen zu gehen. Ein flexibles Arbeitszeitmodell hilft dagegen nur begrenzt, sondern nur starke Argumente. Die Themen ,Personalplanung‘ und ,Gesundheitsmanagement‘ sind und bleiben daher bei uns auf der Tagesordnung.“
Arbeitszeit und mobiles Arbeiten sind Themen, die auch die IG Metall aktuell stark bewegen. Mit kollektiven Regelungen in den Unternehmen will sie erreichen, dass die Entgrenzung von Arbeit und der Verfall von geleisteten Arbeitsstunden eingedämmt werden. Schutzrechte und Gesetze müssen auch bei mobiler Arbeit gelten. Zudem brauchen Beschäftigte eine verbind-liche Basis für mehr Zeitautonomie. Für diese Forderungen wird sie sich in den kommenden Monaten in einer bundesweiten Arbeitszeitkampagne stark machen.

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